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Martina Geist

* 1961

Martina Geists Auseinandersetzung mit dem Holzschnitt hat den Charakter einer künstlerischen Forschung im Grenzgebiet zwischen Druck, Zeichnung und Malerei. Die starke lineare Konturierung von Flächen und Gegenständen definiert die kompositorische Grundkonstruktion des jeweiligen Holzschnitts. Die malerische Überarbeitung der Drucke hingegen variiert die flächigen Bildelemente und erzeugt auf diese Weise unterschiedlichste Raumwirkungen. Aus der Serie von Holzschnitten nach einem Druckstock, werden so unverwechselbare Einzelstücke, die durch das Motiv miteinander verbunden sind.  Schließlich wird auch der Druckstock selber farbig gefasst und die Reihe abgeschlossen.

Geists Bildmotive sind oft dem alltäglichen, häuslichen Umfeld entnommen, ohne dieses unmittelbar abbilden zu wollen. Vielmehr sehen wir ein Vexierspiel zwischen Gegenstand und formaler Abstraktion, das  geprägt ist von höchster formaler Sensibilität. Tisch, Stuhl, Tasse, Löffel, Haus, Ranke werden zu Chiffren einer Bildsprache, mit der die Künstlerin die Beziehung zwischen Raum und Fläche auslotet. Die Gesetze der Perspektive werden in diesem subtilen Spiel mit Linien und Flächen außer Kraft gesetzt.

Martina Geist, angeschnitten I
Martina Geist Tässchen auf Blau I

1. Martina Geist
Tässchen auf Blau I, 2017
Holzschnitt 4/5
31 x 31 cm