| |
|
Heidi Foersters Hinterglasbilder entführen uns an Orte stiller Poesie. Dorthin, wo die Katze kauernd auf dem Stuhl friedlich vor sich hin schnurrt, die Taube unter dem Blüten spendenden Kamelienzweig Wache hält und die Ziege in den Sternenhimmel träumt. Dorthin, wo, unterstützt von der Magie des Mondes, Engel Botschaften bewahren und Erinnerungen liebenswürdige Szenerien kreieren.
Die Künstlerin schafft eine Gegenwelt zu jener, die wir als unsere alltägliche, oft befremdende Realität begreifen und rückt die Schönheit des Kreatürlichen ins Zentrum ihres bildnerischen Kosmos. In festlicher Haltung und nicht ohne Stolz künden die majestätische Kaiserkrone, die elegante Lilie, heitere Tulpen oder ein Bündel unprätentiöser Lavendelzweige davon.
Bereits seit Ende der 60er Jahre ist die Hinterglasmalerei, bei der das Motiv spiegelverkehrt direkt auf die Rückseite der Glasscheibe aufgemalt wird, ein wichtiges Ausdrucksmittel im Werk der Künstlerin. Als Bildträger verwendet sie kein industrielles, sondern antikes Glas, dessen Oberfläche vom Glasfluss eine natürliche „Unebenheit“ mitbringt und stellenweise erstarrte Luftbläschen aufweist. Beides unterstützt die Brechung des Lichtes auf der Scheibe und die Leuchtkraft der Farben, die jeden Betrachter in ihren Bann zieht.
Bei den Rahmen um die Bilder, die deren feierlichen Charakter mit betonen, handelt es sich ebenfalls um antike Stücke, teilweise um ehemalige Spiegelrahmen. Sie sind jeweils formaler aber auch inhaltlicher Bestandteil des Hinterglasbildes und von daher auch materiell mit diesem fest verbunden. Neben der wie eine Emailschicht wirkenden Bildoberfläche ist der Rahmen eine wesentliche Komponente der Foerster’schen Hinterglasmalerei.
|