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Michelin Kober
Aus der Serie Munkel, 2011

Tusche auf Papier

52 x 72 cm

Munkel: Dunkel, Gemunkel, Humunkulus? Schwarz-grau organische Form, Tusche auf Papier. Erkennbare Schichtungen, die an topografische Karten erinnern, verweisen den Herstellungsprozess der Arbeit: Michelin Kober trägt stark verdünnte Tusche auf das Blatt auf. Indem sie die enstanden Linie wieder und wieder mit dem Tuschepinsel umrundet, dehnt die Künstlerin den „Körper“ der Zeichnung immer weiter aus. Wenn im Zentrum die größtmögliche Farbdeckung – der tiefste Schwarzton – erreicht ist, ist die Arbeit abgeschlossen.
Die entstandene Form ist das Ergebnis einer Vorgehensweise, die grade in ihrer konzeptionellen Strenge dem Zufall Raum gibt. Die Zeichnung bildet den Plan genauso ab, wie das Unplanbare.
Gestaltungswille und das Sich-Einlassen auf einen Prozess mit offenem Ausgang sind die Pole jedweder künstlerischen Tätigkeit. Michelin Kober lotet das Spannungsverhältnis zwischen beiden mit faszinierender Präzision und spielerischer Leichtigkeit aus.

Michlin Kober, Aus der Serie Munkel, 2013